"Ein 60 Stundenkilometer fahrender Lkw ist für den normalen Straßenverkehr ein Hindernis und provoziert gefährliche Überholmanöver", sagte am Donnerstag der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des DAV, Jörg Elsner, am Rande des Verkehrsgerichtstages in Goslar. Bei der heutigen technischen Ausstattung der Lkw sei eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 Stundenkilometer völlig unzeitgemäß. Er regte an, die Begrenzung auf Tempo 80 zu erhöhen. "Gerade bei Überholvorgängen kommt es zu den schweren Unfällen mit Personenschäden."
Der ACE Auto Club Europa kann sich eine Erhöhung durchaus vorstellen. "Allerdings nur dort, wo in regelmäßigen Abständen eine extra Fahrspur ein gefahrloses Überholen ohne Gegenverkehr ermöglicht", sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner. Ohne diese Voraussetzung ist das Vorhaben aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht zu rechtfertigen. "Es ist ja auch reine Spekulation davon auszugehen, dass die Bereitschaft zu Überholen abnimmt, wenn das Tempo des Vordermanns auf 80 Stundenkilometer steigt." Derzeit gilt für Lastwagen auf deutschen Landstraßen Tempo 60.
Der Präsident des Verkehrsgerichtstages (VGT), Kay Nehm, hatte zum Auftakt der Veranstaltung die vielen Ausnahmen im deutschen Verkehrsrecht kritisiert. Wichtig sei ein einfaches, einleuchtendes Verkehrsrecht, sagte der Ex-Generalbundesanwalt am Donnerstag. "Statt einen Weg aus dem Labyrinth der Streitfragen zu weisen und dem Verbraucher den notwendigen gesetzlichen Schutz zu gewähren, hat der Gesetzgeber die Situation zusätzlich verschärft". Beispiele seien die Winterreifenproblematik, der Richtervorbehalt bei Blutproben und der EU-Rahmenbeschluss zur Anerkennung von Geldbußen. Auf dem VGT diskutieren 1600 Experten unter anderem über Parknot, Drogen am Steuer und die Sicherheit der Lkw. Gastredner ist Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). (lni)
-Quelle: www.dvz.de-
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